Anleitung
Schimmel vermeiden: Richtig lüften und heizen
🇺🇸 Read this article in EnglishHalten Sie die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen bei etwa 40–60 %, lüften Sie mehrmals täglich 5–10 Minuten stoßweise und lassen Sie Räume nicht dauerhaft unter 16 °C auskühlen. Kleine Schimmelstellen auf glatten Flächen können Sie selbst entfernen; größere Flächen oder Schimmel nach Wasserschäden gehören in Fachhände.
Inhalt
Schimmel entsteht, wenn Feuchtigkeit an kühlen Oberflächen kondensiert – besonders an Außenwänden, in Raumecken, hinter Möbeln und an Fensterlaibungen. Ein Haushalt gibt durch Atmen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen täglich mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab.
Die richtige Luftfeuchtigkeit
Ein Hygrometer für 10–20 € zeigt die relative Luftfeuchtigkeit an. Ideal sind in Wohnräumen etwa 40–60 %, im Winter eher am unteren Ende. Werte dauerhaft über 60–65 % erhöhen das Schimmelrisiko deutlich.
Schritt für Schritt
- Luftfeuchtigkeit messen
Stellen Sie Hygrometer in Schlafzimmer, Bad und Küche auf und beobachten Sie die Werte morgens und abends.
- Stoßlüften statt Kipplüften
Im Winter drei- bis viermal täglich für 5–10 Minuten alle Fenster weit öffnen, am besten mit Durchzug. Gekippte Fenster kühlen die Laibungen aus und fördern Schimmel.
- Nach Duschen und Kochen sofort lüften
Feuchte Luft direkt nach draußen leiten und die Badtür dabei geschlossen halten, damit sich der Dampf nicht in der Wohnung verteilt.
- Gleichmäßig heizen
Räume nicht dauerhaft unter etwa 16 °C auskühlen lassen und kühle Räume nicht mit warmer Luft aus anderen Zimmern 'mitheizen'.
- Möbel von Außenwänden abrücken
Lassen Sie mindestens 5–10 cm Abstand, damit die Luft hinter Schränken zirkulieren kann.
- Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen
Wenn es nicht anders geht, nur in gut gelüfteten Räumen und mit zusätzlichem Lüften.
- Feuchteschäden sofort beheben
Undichte Fenster, Leitungen oder Dächer schnell reparieren lassen und durchfeuchtete Bauteile vollständig trocknen.
Schimmel entfernen
- Kleine Stellen (bis etwa 0,5 m²) auf glatten Oberflächen mit 70-prozentigem Alkohol (Ethanol oder Isopropanol) abwischen. Dabei gut lüften, Handschuhe und eine FFP2-Maske tragen.
- Kein Essig auf Kalkputz – er kann Schimmel eher fördern.
- Befallene Silikonfugen erneuern statt nur reinigen.
- Größere Flächen, Schimmel hinter Tapeten oder nach Wasserschäden von einem Fachbetrieb sanieren lassen.
Mieter oder Vermieter – wer ist verantwortlich?
Ob Schimmel durch falsches Lüften oder durch einen Baumangel wie Wärmebrücken oder undichte Stellen entsteht, ist oft strittig. Informieren Sie den Vermieter schriftlich und umgehend, dokumentieren Sie den Befall mit Fotos und notieren Sie über einige Wochen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Bei Baumängeln kann ein Anspruch auf Mietminderung bestehen.
Häufige Fragen
Hilft ein Luftentfeuchter?
In Kellern oder schwer zu lüftenden Räumen ja. In normalen Wohnräumen ist richtiges Lüften meist ausreichend und günstiger.
Warum beschlagen neue Fenster stärker?
Neue, dichte Fenster lassen kaum noch Luft durch Ritzen. Ohne bewusstes Lüften steigt die Luftfeuchtigkeit – deshalb ist nach einem Fenstertausch mehr Lüften nötig.