Anleitung

Schimmel vermeiden: Richtig lüften und heizen

Aktualisiert am 27.10.2026 3 Min. Lesezeit Von der WieHow – Home, Energy & Money Guides-Redaktion
🇺🇸 Read this article in English
Kurz erklärt

Halten Sie die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen bei etwa 40–60 %, lüften Sie mehrmals täglich 5–10 Minuten stoßweise und lassen Sie Räume nicht dauerhaft unter 16 °C auskühlen. Kleine Schimmelstellen auf glatten Flächen können Sie selbst entfernen; größere Flächen oder Schimmel nach Wasserschäden gehören in Fachhände.

Inhalt
  1. Die richtige Luftfeuchtigkeit
  2. Schritt für Schritt
  3. Schimmel entfernen
  4. Mieter oder Vermieter – wer ist verantwortlich?

Schimmel entsteht, wenn Feuchtigkeit an kühlen Oberflächen kondensiert – besonders an Außenwänden, in Raumecken, hinter Möbeln und an Fensterlaibungen. Ein Haushalt gibt durch Atmen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen täglich mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab.

Die richtige Luftfeuchtigkeit

Ein Hygrometer für 10–20 € zeigt die relative Luftfeuchtigkeit an. Ideal sind in Wohnräumen etwa 40–60 %, im Winter eher am unteren Ende. Werte dauerhaft über 60–65 % erhöhen das Schimmelrisiko deutlich.

Schritt für Schritt

  1. Luftfeuchtigkeit messen

    Stellen Sie Hygrometer in Schlafzimmer, Bad und Küche auf und beobachten Sie die Werte morgens und abends.

  2. Stoßlüften statt Kipplüften

    Im Winter drei- bis viermal täglich für 5–10 Minuten alle Fenster weit öffnen, am besten mit Durchzug. Gekippte Fenster kühlen die Laibungen aus und fördern Schimmel.

  3. Nach Duschen und Kochen sofort lüften

    Feuchte Luft direkt nach draußen leiten und die Badtür dabei geschlossen halten, damit sich der Dampf nicht in der Wohnung verteilt.

  4. Gleichmäßig heizen

    Räume nicht dauerhaft unter etwa 16 °C auskühlen lassen und kühle Räume nicht mit warmer Luft aus anderen Zimmern 'mitheizen'.

  5. Möbel von Außenwänden abrücken

    Lassen Sie mindestens 5–10 cm Abstand, damit die Luft hinter Schränken zirkulieren kann.

  6. Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen

    Wenn es nicht anders geht, nur in gut gelüfteten Räumen und mit zusätzlichem Lüften.

  7. Feuchteschäden sofort beheben

    Undichte Fenster, Leitungen oder Dächer schnell reparieren lassen und durchfeuchtete Bauteile vollständig trocknen.

Schimmel entfernen

  • Kleine Stellen (bis etwa 0,5 m²) auf glatten Oberflächen mit 70-prozentigem Alkohol (Ethanol oder Isopropanol) abwischen. Dabei gut lüften, Handschuhe und eine FFP2-Maske tragen.
  • Kein Essig auf Kalkputz – er kann Schimmel eher fördern.
  • Befallene Silikonfugen erneuern statt nur reinigen.
  • Größere Flächen, Schimmel hinter Tapeten oder nach Wasserschäden von einem Fachbetrieb sanieren lassen.

Mieter oder Vermieter – wer ist verantwortlich?

Ob Schimmel durch falsches Lüften oder durch einen Baumangel wie Wärmebrücken oder undichte Stellen entsteht, ist oft strittig. Informieren Sie den Vermieter schriftlich und umgehend, dokumentieren Sie den Befall mit Fotos und notieren Sie über einige Wochen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Bei Baumängeln kann ein Anspruch auf Mietminderung bestehen.

Gesundheit: Schimmelsporen können Allergien und Atemwegsbeschwerden auslösen. Besonders bei Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sollten Sie Schimmel schnell beseitigen.

Häufige Fragen

Hilft ein Luftentfeuchter?

In Kellern oder schwer zu lüftenden Räumen ja. In normalen Wohnräumen ist richtiges Lüften meist ausreichend und günstiger.

Warum beschlagen neue Fenster stärker?

Neue, dichte Fenster lassen kaum noch Luft durch Ritzen. Ohne bewusstes Lüften steigt die Luftfeuchtigkeit – deshalb ist nach einem Fenstertausch mehr Lüften nötig.

War dieser Artikel hilfreich?

Passende Ratgeber