Wärmepumpe oder Gasheizung: Was ist auf Dauer günstiger?
🇺🇸 Read this article in EnglishIm Betrieb ist eine Wärmepumpe günstiger als eine Gasheizung, wenn der Strompreis pro kWh niedriger ist als der Gaspreis pro kWh mal Jahresarbeitszahl. Bei 11 Cent Gaspreis und einer Jahresarbeitszahl von 3,3 liegt die Schwelle bei etwa 36 Cent – mit einem Wärmepumpentarif von 25–30 Cent ist die Wärmepumpe also meist günstiger, und der steigende CO₂-Preis verteuert Gas zusätzlich.
Inhalt
Wer seine Heizung erneuern muss, steht fast immer vor derselben Frage: noch einmal Gas oder gleich eine Wärmepumpe? Die Antwort hängt von Ihrem Gebäude, den Energiepreisen und der Förderung ab. Mit ein paar Zahlen lässt sie sich aber ziemlich genau eingrenzen.
So unterscheiden sich die Systeme
Eine Gas-Brennwertheizung verbrennt Gas und erreicht einen Nutzungsgrad von etwa 90–95 %. Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung Wärme und nutzt Strom nur für den Antrieb. Wie effizient sie das tut, beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ): Eine JAZ von 3,3 bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom im Jahresmittel 3,3 kWh Wärme werden.
Die Vergleichsformel
- Gaskosten pro kWh Wärme = Gaspreis ÷ Nutzungsgrad
- Wärmepumpenkosten pro kWh Wärme = Strompreis ÷ Jahresarbeitszahl
Beispiel: Gas zu 11 ct und 90 % Nutzungsgrad ergibt 12,2 ct pro kWh Wärme. Wärmepumpenstrom zu 28 ct bei einer JAZ von 3,3 ergibt 8,5 ct. Bei 18.000 kWh Wärmebedarf sind das rund 2.200 € für Gas gegenüber 1.530 € für die Wärmepumpe.
Wärmepumpe oder Gasheizung? KostenvergleichLaufende Heizkosten direkt vergleichenZum Rechner →Der CO₂-Preis verschiebt die Rechnung
Auf Erdgas und Heizöl wird ein CO₂-Preis erhoben, der in den kommenden Jahren in den europäischen Emissionshandel übergeht und voraussichtlich weiter steigt. Für einen Haushalt mit 18.000 kWh Gasverbrauch bedeutet jeder Anstieg um 10 € pro Tonne rund 36 € Mehrkosten im Jahr. Über die Lebensdauer einer neuen Heizung von 20 Jahren ist das ein wichtiger Faktor.
Anschaffungskosten und Förderung
| Gas-Brennwertheizung | Luft-Wasser-Wärmepumpe | |
|---|---|---|
| Anschaffung inkl. Einbau | ca. 10.000–15.000 € | ca. 25.000–40.000 € |
| Förderung (BEG) | keine | bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (max. 30.000 €) |
| Lebensdauer | ca. 20 Jahre | ca. 20 Jahre |
Die Heizungsförderung der KfW setzt sich aus einer Grundförderung, einem Klimageschwindigkeitsbonus für den Austausch alter fossiler Heizungen und einem einkommensabhängigen Bonus zusammen. Förderbedingungen können sich ändern – prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Beauftragung, und stellen Sie den Antrag rechtzeitig.
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?
Oft ja. Entscheidend ist die nötige Vorlauftemperatur. Liegt sie an kalten Tagen bei höchstens 55 °C, arbeitet eine moderne Wärmepumpe meist wirtschaftlich. Ein einfacher Test: Drehen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer jetzigen Heizung im Winter auf 50–55 °C herunter. Werden alle Räume noch warm, ist das Haus in der Regel geeignet. Einzelne Heizkörper lassen sich gegen größere tauschen.
Was sagt das Gebäudeenergiegesetz?
Neue Heizungen sollen nach dem Gebäudeenergiegesetz schrittweise zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden; für Bestandsgebäude sind die Fristen an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt. Die genaue Ausgestaltung wird politisch weiter diskutiert. Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, sollte die künftigen Anforderungen und Kosten deshalb unbedingt mit einem Energieberater durchgehen.
Häufige Fragen
Was ist ein Wärmepumpentarif?
Ein vergünstigter Stromtarif für Wärmepumpen, meist mit separatem Zähler. Netzbetreiber dürfen die Wärmepumpe dafür bei Netzengpässen kurzzeitig drosseln (steuerbare Verbrauchseinrichtung).
Wie laut ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Moderne Geräte sind im Abstand von einigen Metern meist leiser als normale Unterhaltung. Achten Sie auf die Schallleistung im Datenblatt und den Abstand zum Nachbarn.