Notgroschen: Wie viel Rücklage brauche ich wirklich?

Aktualisiert am 27.10.2026 2 Min. Lesezeit Von der WieHow – Home, Energy & Money Guides-Redaktion
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Kurz erklärt

Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben für den notwendigen Lebensbedarf. Selbstständige, Alleinverdiener und Eigentümer sollten eher sechs bis zwölf Monate einplanen. Parken Sie das Geld auf einem Tagesgeldkonto – es ist dort bis 100.000 € pro Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt und jederzeit verfügbar.

Inhalt
  1. Ausgaben statt Einkommen zählen
  2. Wie viele Monate sind sinnvoll?
  3. Wo der Notgroschen hingehört
  4. So bauen Sie ihn auf
  5. Was ist ein echter Notfall?

Die Waschmaschine gibt auf, das Auto muss in die Werkstatt oder das Einkommen bricht für ein paar Monate weg: Ein Notgroschen sorgt dafür, dass solche Ereignisse nicht im teuren Dispo enden.

Ausgaben statt Einkommen zählen

Maßgeblich sind die Kosten, die Sie auch im Ernstfall weiterzahlen müssen:

  • Warmmiete bzw. Kreditrate fürs Eigenheim und Nebenkosten
  • Strom, Internet, Handy
  • Lebensmittel und Drogerie
  • Versicherungen (Haftpflicht, Kfz, Berufsunfähigkeit)
  • Mobilität: Deutschlandticket, Tanken, Autokredit
  • Laufende Kreditraten und Kinderbetreuung

Urlaub, Restaurantbesuche, Streamingdienste und Sparpläne können Sie im Notfall pausieren – sie gehören nicht in die Berechnung.

Wie viele Monate sind sinnvoll?

SituationEmpfehlung
Angestellt, zwei Einkommen, Mietwohnung3 Monate
Alleinverdiener oder Kinder im Haushalt6 Monate
Selbstständig oder stark schwankendes Einkommen6–12 Monate
Eigentümer mit älterem Haus oder Autozusätzlich eine Instandhaltungsrücklage
Gut zu wissen: In Deutschland federt das Arbeitslosengeld I einen Jobverlust teilweise ab. Es beträgt meist 60 % (mit Kind 67 %) des pauschalierten Nettoentgelts – die Lücke zum gewohnten Einkommen muss der Notgroschen schließen.

Wo der Notgroschen hingehört

  • Tagesgeldkonto: täglich verfügbar, verzinst und bis 100.000 € pro Person und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Ideal.
  • Girokonto: verfügbar, aber meist unverzinst – und zu leicht im Alltag ausgegeben.
  • Aktien oder ETFs: ungeeignet, weil Kurse gerade in Krisen fallen können, wenn Sie das Geld brauchen.
  • Festgeld: nur für den Teil, den Sie sicher länger nicht brauchen.

So bauen Sie ihn auf

  1. Erstes Etappenziel: 1.000 € – damit sind die meisten Reparaturen abgedeckt.
  2. Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang einrichten, auch wenn es nur 50 € sind.
  3. Steuererstattung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld ganz oder teilweise einzahlen.
  4. Ist das Ziel erreicht, den Dauerauftrag in einen ETF-Sparplan umlenken.
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Was ist ein echter Notfall?

Jobverlust, notwendige Reparaturen an Auto oder Wohnung, unerwartete Gesundheitskosten oder eine dringende Reise zur Familie. Ein Sonderangebot oder der geplante Urlaub gehören nicht dazu – dafür legen Sie besser separate Sparziele an.

Häufige Fragen

Zählt der Dispo als Notgroschen?

Nein. Dispozinsen liegen oft bei 10–14 % pro Jahr. Der Dispo ist ein teurer Notbehelf, keine Rücklage.

Muss ich auf Tagesgeldzinsen Steuern zahlen?

Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer, soweit sie den Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Paare 2.000 €) übersteigen. Erteilen Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag.

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