Risikolebensversicherung oder Kapitallebensversicherung: Was ist sinnvoll?

Aktualisiert am 27.10.2026 3 Min. Lesezeit Von der WieHow – Home, Energy & Money Guides-Redaktion
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Kurz erklärt

Für die Absicherung von Familie und Immobilienkredit ist die Risikolebensversicherung meist die bessere Wahl: Sie ist oft schon für 10–25 € im Monat zu haben. Eine Kapitallebensversicherung kostet ein Vielfaches und bringt wegen hoher Kosten und niedrigem Garantiezins meist wenig Rendite. Als Versicherungssumme gilt das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens als grobe Orientierung.

Inhalt
  1. Die Risikolebensversicherung
  2. Die Kapitallebensversicherung
  3. Absichern und getrennt anlegen
  4. Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
  5. Über Kreuz versichern spart Steuern
  6. Worauf Sie beim Abschluss achten sollten

Eine Lebensversicherung soll vor allem eines leisten: Ihre Angehörigen finanziell absichern, wenn Ihr Einkommen plötzlich wegfällt. In Deutschland gibt es dafür zwei grundlegend verschiedene Produkte.

Die Risikolebensversicherung

Sie zahlt eine vereinbarte Summe aus, wenn die versicherte Person während der Laufzeit stirbt. Erlebt sie das Vertragsende, endet der Vertrag ohne Auszahlung. Gerade deshalb ist sie günstig: Ein 35-jähriger Nichtraucher bekommt 250.000 € Absicherung über 20 Jahre häufig für 10–25 € im Monat.

Die Kapitallebensversicherung

Sie kombiniert Todesfallschutz mit einem Sparvertrag. Am Ende der Laufzeit wird eine Summe ausgezahlt. Der Haken: Ein großer Teil der Beiträge fließt in Abschluss- und Verwaltungskosten, und der garantierte Zins für Neuverträge ist niedrig. Wer früh kündigt, bekommt oft weniger zurück, als er eingezahlt hat.

RisikolebensversicherungKapitallebensversicherung
ZweckReine HinterbliebenenabsicherungAbsicherung plus Sparen
Beitrag (Beispiel 250.000 €, 35 J.)ca. 10–25 € / Monatoft mehrere Hundert € / Monat
Auszahlung bei Ablaufkeineja
Flexibilitäthochgering, Kündigung oft mit Verlust

Absichern und getrennt anlegen

Verbraucherschützer empfehlen meist, Absicherung und Geldanlage zu trennen: eine günstige Risikolebensversicherung abschließen und die Differenz zum Beitrag einer Kapitallebensversicherung zum Beispiel in einen breit gestreuten ETF-Sparplan stecken. Das ist flexibler und hat historisch meist mehr gebracht.

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Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Als Faustregel gilt das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens. Genauer rechnen Sie so:

  • Restschuld von Baufinanzierung und anderen Krediten
  • Einkommenslücke der Familie für die nächsten Jahre (nach Hinterbliebenenrente)
  • Kosten für Ausbildung der Kinder
  • abzüglich vorhandener Ersparnisse
Tipp: Bei einer Baufinanzierung kann eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme sinnvoll sein – sie sinkt parallel zur Restschuld und ist noch günstiger.

Über Kreuz versichern spart Steuern

Bei unverheirateten Paaren kann die Auszahlung der Erbschaftsteuer unterliegen, wenn die Freibeträge überschritten werden. Schließt jeder Partner den Vertrag auf das Leben des anderen ab (Versicherungsnehmer und Begünstigter sind identisch), fällt in der Regel keine Erbschaftsteuer an.

Worauf Sie beim Abschluss achten sollten

  • Gesundheitsfragen vollständig und ehrlich beantworten – sonst droht im Ernstfall Leistungsverweigerung.
  • Laufzeit an die längste Verpflichtung anpassen, etwa bis das jüngste Kind selbstständig ist.
  • Tarife vergleichen; die Preisunterschiede zwischen Anbietern sind erheblich.
  • Auf eine Nachversicherungsgarantie achten, um die Summe bei Heirat, Geburt oder Hauskauf ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

Häufige Fragen

Brauchen Singles ohne Kinder eine Risikolebensversicherung?

Meist nicht. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn jemand finanziell von Ihnen abhängt oder ein Kredit abgesichert werden muss.

Was tun mit einer bestehenden Kapitallebensversicherung?

Nicht vorschnell kündigen. Ältere Verträge haben oft hohe Garantiezinsen. Lassen Sie sich von einer Verbraucherzentrale beraten, ob Weiterführen, Beitragsfreistellen oder Verkaufen sinnvoller ist.

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